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Samstag, 6. Januar 2018

Tag 82: Valparaíso, hinter den Kulissen

So, heute also "Seite B von Valpo", so die Tourbeschreibung. Los ging es gegen 16:00 vor der Katholischen Universität von Valpo. Zuerst ging es zum Ascensor Barón. Unterwegs erfuhren wir ein wenig über die Geschichte Valpos und den wirtschaftlichen Niedergang den der Bau des Panamakanals, Fertigstellung 1914, mit sich brachte. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten alle Schiffe die von Europa an die Westküste Amerikas wollten um Kap Hoorn herum und in Valpo Halt machen. Seitdem kämpft die Stadt.
Das führt auch dazu, dass es in der Stadt eine enorme Kluft zwischen Arm und Reich gibt. Eine Mittelschicht gibt es kaum. Das führt dazu, dass man sich als Tourist zwischen 18:00 und 09:00 nicht überall sicher aufhalten kann. Tagsüber aber ist es in den meisten Ecken unbedenklich.

So, wie kam ich jetzt dadrauf? Richtig, die Murals oder Wandbilder. Diese sollen gewissen Stadtteile aufwerten um sie attraktiver zu machen und somit gegen die Armut ankämpfen indem sie mehr Touristen anlocken... Zumindest habe ich das so verstanden, die Tour war nur auf Spanisch...

Darum lasse ich jetzt einfach mal ein paar Bilder für sich sprechen. Die meisten haben einen Bezug zum Distrikt oder der Probleme vor Ort. Unterwegs sahen wir auch Künstler/innen bei der Arbeit.







Auf der Tour kamen wir vom Cerro Barón über den Cerro Lecheros zum Cerro Polanco. Die Gegend zwischen Lecheros und Polanco ist ein Drogenschwerpunkt und es ist nicht ratsam hier zu den "Geschäftszeiten" einen Besuch zu machen... Auch die Wohnlage ist nicht unbedingt rosig in diesem Eck.

Zoomt da mal rein...
Was mir bei der Tour ein wenig gefehlt hat war die "echte" Straßenkunst. Darum hier noch ein zwei Bilder vom Vortag.



Es ist durchaus auch so, dass Bewohner einen Künstler beauftragen die Fassade zu verschönern. Da sie aber oft wenig Geld haben stellen sie die Farben und wenn das Kunstwerk fertig ist gibt es ne Party.
Bei meiner Tour durch Valpo habe ich auch immer wieder Ausgebrannte Gebäude gesehen. Das hat zweierlei Gründe. In den Stadtteilen die zum Unesco Weltkulturerbe gehören (Zentrum, Cerro Alegre und Cerro Concepción) muss der Originalzustand der Gebäude erhalten bleiben. Das führt dazu, dass Mauern ausgebrannter Gebäude abgestützt und saniert werden und im Innern entsteht ein Neubau.
In den anderen Stadtteilen haben sie schlicht kein Geld die Gebäude neu zu errichten.

Im Gegensatz zu Valpo ist Viña echt spießig und besteht fast nur aus Hochhäusern. Ok, ein paar Cerros gibt es auch hier. Aber dafür ist die Verbrechensrate sehr niedrig im Vergleich. Trotzdem hängt auch hier an der Haustür ein Aushang, dass die Haustür immer geschlossen sein muss weil es wohl zu Diebstählen kam bzw. kommt.

2 Kommentare:

  1. Ist das mit den Murals eigentlich generell so eine in Südamerika stärker ausgeprägte Sache?
    Ich sehe da immer wieder in einigen (Street-)Fotografie Blogs eindrucksvolle Exemplare.

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    1. Hmmm, da hab ich keine Ahnung. Ich halte mal die Augen auf, wenn ich in die nächsten Städte komme... Vielleicht treffe ich ja auch jemanden, der sich damit auskennt?

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